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Aal

Der Aal, auch bekannt als Flussaal oder Europäischer Aal, ist ein faszinierendes und mysteriöses Tier. Seine langgestreckte Körperform und dunkle Färbung machen ihn zu einer außergewöhnlichen Erscheinung in den Gewässern dieser Welt. Doch trotz seiner auffälligen Erscheinung ist der Aal kaum zu beobachten, da er sich größtenteils in dunklen Gewässerregionen aufhält. Dies ist nur eine der vielen Rätsel, die diesen außergewöhnlichen Fisch umgeben.

Der Aal gehört zur Familie der Aalartigen und ist in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Asiens beheimatet. Er bevorzugt Süßgewässer wie Flüsse, Seen, Teiche und Sümpfe, ist aber auch in Brack- und Salzwasser zu finden. Der Europäische Aal gilt als wanderfreudiges Tier, das jedes Jahr tausende Kilometer auf sich nimmt, um seine Fortpflanzungsgewässer zu erreichen. Dabei bedient er sich sogenannter Flusssysteme, in denen er meist als Jungfisch beginnt und dann über die Jahre hinweg in die größeren Flüsse und schließlich ins Meer wandert.

Die Körperlänge des Aals kann bis zu 1,5 Meter betragen, wobei die Weibchen im Durchschnitt etwas größer werden als die Männchen. Das Auffälligste an seiner äußeren Erscheinung ist seine lange, schlanke Gestalt, die an eine Schlange erinnert. Sein Körper ist von einer schuppenlosen, schleimigen Haut bedeckt, was ihm das Gleiten durchs Wasser erleichtert. Charakteristisch sind auch seine spitze Schnauze und die kleinen Augen, die aufgrund seiner Lebensweise oft stark zurückgebildet sind.

Die dunkle Färbung des Aals variiert je nach Habitus und Umgebung. Während die Weibchen eine hellere, bräunliche Farbe aufweisen, sind die Männchen meist dunkler und haben in der Regel auch gelbliche Flecken oder Streifen. Ein weiteres Kennzeichen des Aals sind seine fast unscheinbaren Flossen. Die Rücken- und Afterflosse gehen fließend ineinander über und sind somit schwer zu unterscheiden. Die Bauchflossen sowie die Schwanzflosse sind sehr klein und fast nicht sichtbar.

Der Aal ist ein Allesfresser und ernährt sich von verschiedenen Kleintieren, Fischen und deren Larven sowie Plankton und Pflanzen. Bei dieser Nahrungssuche spielt sein Geruchssinn eine bedeutende Rolle. Dank eines fein ausgebildeten Riechorgans ist er dazu in der Lage, kleinste Geruchsspuren über große Entfernungen wahrzunehmen und somit seine Beute aufzuspüren. Dabei zeigt er ein interessantes Verhalten, indem er seine Nahrung mit seinen klebrigen Zähnen festhält und seinen Körper dabei zu einer Art Saugnapf umfunktioniert. Dies ermöglicht es ihm, auch in schnell fließenden Gewässern seine Beute zu ergreifen.

Der Aal hat kein eindeutig festgelegtes Fortpflanzungsverhalten. Während einige Exemplare erst als Jungfische ins Meer wandern und somit als sogenannte Katadrome gelten, gibt es auch die gegenteilige Form – die sogenannten Anadrome –, die das Gegenteil machen und in die Süßwasserregionen wandern. Die meisten Aale jedoch sind sogenannte Amphidrome, die mehrmals zwischen Meer und Süßwasser wechseln, um ihr Fortpflanzungsziel zu erreichen. Die genauen Fortpflanzungsmechanismen des Aals sind bis heute ein Rätsel. Wissenschaftler vermuten, dass sich die Männchen aufgrund der großen Distanzen nicht physisch mit den Weibchen paaren können und somit auf andere, bisher unbekannte Weise für Nachkommen sorgen müssen.

Nach der Paarung legt das Weibchen rund 2 Millionen Eier, die in einem flachen Nest am Gewässergrund abgelegt werden. Diese Eier werden dann von den Männchen befruchtet, die mithilfe ihrer Kiemen und einem speziellen Hormon die Eiablage fördern. Nach dieser erfolgreichen Fortpflanzung verenden sowohl die Männchen als auch die Weibchen. Die befruchteten Eier, die erst nach rund einem Jahr schlüpfen, schwimmen als Larven ins offene Meer und entwickeln sich dort in den nächsten 3-4 Jahren zum sogenannten Glasaal. Dieser Glasaal ist noch sehr klein, durchsichtig und hat noch keine gut ausgebildeten Flosse. Es bleibt ein weiteres Rätsel, wie dieser an seine zukünftigen Laichgebiete findet. Trotz intensiver Forschungen ist es bisher noch nicht gelungen, die Fortpflanzung des Aals vollständig zu entschlüsseln.

Die Glasaale kehren schließlich als Jungaale in die Gewässer zurück, in denen sie sich zu der Zeit ihres schlüpfens befunden haben. Eine lange Reise, die sie aufgrund der großen Entfernungen und unvorhersehbaren Hindernissen vor große Herausforderungen stellt. Denn nicht nur natürliche Feinde wie Fische, Wasservögel und Räuber machen dem Aal zu schaffen, sondern auch der Mensch und seine Umweltbelastungen. Gleichzeitig sind Aale auch wichtig für die menschliche Nahrungskette und werden in vielen Ländern als Delikatesse verzehrt.

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt der Aal als wertvolle Heilpflanze und wird für verschiedene Anwendungen genutzt. In Europa findet man Aal vor allem in der Küche der skandinavischen Länder, wo er meist geräuchert oder als Spezialität auf den Tisch kommt. Doch leider hat der hohe Konsum von Aalen auch seine negativen Auswirkungen auf die Art. Durch Überfischung und Gewässerverschmutzung sind Bestände regional stark zurückgegangen und somit ist auch der Aal mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden.

In der Mythologie und verschiedenen Kulturen rund um den Globus nimmt der Aal eine besondere Rolle ein. So glaubten die alten Griechen, dass der Aal aus dem Blut des Titanen Kronos entstanden und somit unsterblich sei. In der nordischen Mythologie wurde der Aal mit dem Meeresgott Njörd in Verbindung gebracht und für die Indianerstämme Amerikas ist der Aal ein bedeutendes Totemtier. Auch in der Kunst findet der Aal immer wieder seine Verwendung, sei es in Gemälden, Skulpturen oder literarischen Werken.

Der Aal ist also nicht nur ein einzigartiges Tier in seiner äußeren Erscheinung, sondern auch in seinem Verhalten und seiner Bedeutung für die Umwelt und den Menschen. Sein geheimnisvolles und kaum erforschtes Leben macht ihn zu einem faszinierenden Geschöpf, das hoffentlich auch in Zukunft in unseren Gewässern zu finden sein wird.


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