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Gans

Die Gans ist ein allseits bekanntes und häufig vorkommendes Tier, das vielen Menschen vertraut ist. Sie ist der größte Vertreter der Familie der Entenvögel und gehört zur Ordnung der Gänsevögel. Mit ihrem auffälligen Gefieder und ihrem charakteristischen Geschnatter ziehen Gänse oft die Aufmerksamkeit auf sich und sind auch in vielen Märchen und Fabeln präsent.

Gänse sind vor allem in Europa und Nordamerika heimisch, doch es gibt auch einige Arten in Asien und Australien. Sie leben in der Regel in der Nähe von Gewässern, vor allem von Seen, Flüssen oder Küsten. Dort finden sie eine Vielzahl von Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Pflanzen, Insekten oder kleine Fische, die zu ihrem Speiseplan gehören.

Das Gefieder der Gans ist in der Regel grau oder braun gefärbt und oft mit weißen oder schwarzen Flecken verziert. Man erkennt sie auch oft an ihrem langen Hals, der es ihnen ermöglicht, unter Wasser nach Nahrung zu suchen. Ein ausgewachsenes Exemplar kann bis zu 10 Kilogramm wiegen und eine Flügelspannweite von 1,6 Metern haben.

Obwohl Gänse oft als domestizierte Tiere auf Bauernhöfen gehalten werden, gibt es auch noch viele wilde Gänse, die in der freien Natur leben. Besonders während der Brutzeit, die im Frühjahr beginnt, sind Gänse territorial und verteidigen ihr Revier gegen Eindringlinge. Sie sind sehr gesellige Tiere und leben in großen Gruppen, die als Scharen bezeichnet werden. Diese Gruppen können bis zu 200 Tiere umfassen und bieten Schutz und Sicherheit gegen mögliche Feinde.

Ein Merkmal, das die Gans besonders auszeichnet, ist ihr charakteristisches Geschnatter, das oft auch als lautes und aufgeregtes „Gackern“ beschrieben wird. Mit dieser Lautäußerung kommunizieren sie untereinander und warnen gegenseitig vor Gefahren. Auch bei der Nahrungssuche geben Gänse gerne ihr Geschnatter zum Besten und signalisieren so den anderen ihren Fund.

Zu den größten Feinden der Gänse zählen zum einen Raubtiere, wie zum Beispiel Wölfe oder Füchse, die vor allem die Jungtiere jagen. Auch Greifvögel, wie zum Beispiel Adler oder Habichte, stellen eine Gefahr für Gänse dar. Zum anderen sind auch Menschen eine Bedrohung für die Gänse. Durch die Zerstörung von Lebensräumen und die Bejagung sind einige Arten bereits stark dezimiert.

Gänse sind als Tiere des Wassers auch gute Schwimmer. Sie haben große und kräftige Schwimmfüße, die es ihnen ermöglichen, sich im Wasser fortzubewegen. Dabei können sie auch eine beeindruckende Geschwindigkeit erreichen. Doch nicht nur im Wasser, sondern auch in der Luft sind Gänse sehr geschickt. Sie können in großen Schwärmen fliegen und dabei auch lange Strecken zurücklegen. Auf ihren Wanderungen legen sie oft Tausende von Kilometern zurück und verlassen dabei auch ihre Winterquartiere, um im Frühjahr wieder dorthin zurückzukehren.

Ein besonderes Verhalten der Gänse ist ihre alljährliche Wanderung, bei der sie weite Strecken zurücklegen, um geeignete Gebiete für die Brut und Nahrungssuche zu finden. Besonders beeindruckend ist dabei die Reise der arktischen Gänse, die von Sibirien oder Nordamerika bis in die Tundra-Regionen Kanadas fliegen. Eine solche Strecke kann bis zu 4.000 Kilometer betragen und erfordert eine enorme Kondition.

Die Paarungszeit der Gänse beginnt im Frühling, wenn die Männchen, auch Ganter genannt, versuchen, die Weibchen für sich zu gewinnen. Dabei führen sie beeindruckende Balztänze auf und zeigen stolz ihr Gefieder. Werden die Weibchen beeindruckt, bilden sie monogame Paare für die Dauer einer Brutzeit. Gemeinsam suchen sie nach einem geeigneten Nistplatz, der oft in der Nähe von Gewässern liegt.

Das Nest wird von den Weibchen aus Pflanzenmaterial gebaut und mit Flaum und Daunen ausgepolstert. Dort legen sie dann ihre Eier ab, die nach einer Brutdauer von ca. 28 Tagen schlüpfen. Die jungen Gänseküken sind Nestflüchter, das bedeutet, dass sie bereits mit einem schützenden Gefieder zur Welt kommen und somit sofort selbstständig sind. Dennoch werden sie von den Elterntieren beschützt und strengen sich sehr an, um die nötige Nahrung für den Nachwuchs zu finden.

Als Sinnbild für Treue und Tapferkeit finden Gänse auch in der Kultur und in Märchen eine bedeutende Rolle. Besonders bekannt ist dabei die Geschichte "Gänsehirtsliebchen" der Brüder Grimm, in der ein junger Gänsehirt seine Liebe zu einer Prinzessin beweisen muss, indem er zahlreiche Aufgaben löst und dabei von seinen treuen Gänsen unterstützt wird.

In vielen Regionen der Welt werden Gänse auch als Haustiere gehalten und sind bekannt für ihre biologisch hochwertigen Fleisch- und Eierprodukte. Bereits im alten Ägypten wurden Gänse wegen ihrer Eier, die als Delikatesse galten, gehalten. Auch heute noch sind Gänse- und Entenfleisch sowie Gänsestopfleber in vielen Ländern eine beliebte und geschätzte Delikatesse.

Leider haben die intensiven und oft tierquälerischen Haltungsbedingungen auf manchen Höfen auch dazu geführt, dass der Konsum von Gänsefleisch immer wieder kritisiert wird und alternative Formen der Haltung gefordert werden.

Alles in allem ist die Gans ein beeindruckendes und faszinierendes Tier, das nicht nur durch ihre Größe und ihr charakteristisches Aussehen, sondern auch durch ihr soziales und treues Verhalten beeindruckt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Natur und verzaubert uns immer wieder aufs Neue mit ihrem Geschnatter und ihren langen Reisen.


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