x70.de

Job

Kolibri

Der Kolibri ist ein faszinierendes Tier, das in den warmen Regionen Mittel- und Südamerikas sowie in Teilen Nordamerikas und auf einigen Karibikinseln zuhause ist. Mit seinem auffälligen Gefieder und seinem schnellen, wendigen Flug ist er ein wahrer Augenschmaus für jeden Tierliebhaber.

Es gibt etwa 350 verschiedene Arten von Kolibris, die sich in Größe, Farbe und Aussehen voneinander unterscheiden. Die kleinsten Arten wiegen nur knapp zwei Gramm und sind damit die kleinsten Vögel der Welt. Die größten wiegen dagegen bis zu 14 Gramm und haben eine Spannweite von fast 20 Zentimetern. Eine typische Eigenschaft, die alle Kolibris teilen, ist ihr charakteristischer schneller Flügelschlag, der bis zu 80 Mal pro Sekunde erfolgen kann.

Das Gefieder der Kolibris ist meist bunt und schillert in allen möglichen Farben wie Grün, Blau, Rot oder Orange. Dies ist besonders bei den männlichen Tieren ausgeprägt, deren Farben oft intensiver und prächtiger sind als bei den Weibchen. Dies dient vor allem dazu, andere Männchen zu beeindrucken und Rivalen zu vertreiben. Die Farben werden durch das Sonnenlicht aufgefangen und reflektiert, wodurch die Kolibris im Flug wie kleine Juwelen wirken.

Die meisten Kolibris sind tagaktiv und ernähren sich von Nektar, den sie aus Blütenpflanzen saugen. Dabei sind sie nicht wählerisch und besuchen eine Vielzahl von Blüten, um ihren Energiebedarf zu decken. So können sie auch schwierig zugängliche Blüten nutzen, da sie aufgrund ihrer Größe und ihres Wendigkeitsflugs fast überall hinkommen. Neben Nektar fangen Kolibris auch gerne kleine Insekten wie Fliegen oder Spinnen, um ihren Proteinbedarf zu decken.

Der Stoffwechsel der Kolibris ist dabei äußerst beeindruckend. Aufgrund ihrer schnellen Flügelschläge und ihres vergleichsweise kleinen Körpers benötigen sie eine enorme Menge an Energie, weshalb sie täglich das Mehrfache ihres Körpergewichts an Nahrung aufnehmen müssen. Ihr Stoffwechsel ist darauf ausgelegt, schnell aus der aufgenommenen Nahrung Energie zu gewinnen und diese effizient zu nutzen. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Kolibris in der Lage sind, während des Fluges längere Strecken zurückzulegen und dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h zu erreichen.

Die Fortbewegung der Kolibris ist dank ihrer gut entwickelten Flugfähigkeiten äußerst beeindruckend. Sie sind in der Lage, nicht nur geradeaus zu fliegen, sondern auch rückwärts, seitwärts und sogar kopfüber zu schweben. Diese Fähigkeiten ermöglichen es ihnen, an die begehrten Nektarquellen zu gelangen, die oft an schwierig zugänglichen Stellen zu finden sind. Ihr Schnabel ist dabei perfekt angepasst, um tief in die Blütenkelche zu gelangen und den Nektar aufzusaugen.

Die Balz der Kolibris ist ebenfalls ein beeindruckender Anblick. Die Männchen stürzen sich aus großer Höhe im Sturzflug auf die Weibchen zu und zeigen dabei akrobatische Flugmanöver. Dabei erzeugen sie ein markantes Pfeifen mit ihren Flügeln, das als Balzgesang dient und die Weibchen beeindrucken soll. Bei manchen Arten fliegen die Männchen sogar kleine Schleifen, um die Weibchen zu beeindrucken. Haben sie das Interesse der Weibchen geweckt, kommt es zur Paarung und die Weibchen übernehmen dann alleine die Aufzucht der Jungen.

Die Nester der Kolibris werden oft an exponierten Stellen, beispielsweise in Bäumen oder an Zweigen, gebaut. Das Material dafür besteht meist aus kleinen Pflanzenteilen, Spinnweben und Moos, die mit Spinnfäden verklebt werden. Die Weibchen legen nur zwei bis drei Eier, die sie alleine ausbrüten und auch alleine versorgen. Die Jungen schlüpfen nach etwa zwei Wochen und bleiben noch weitere zwei bis drei Wochen im Nest, bevor sie flügge werden. Die Zeit des Nestbaus und der Aufzucht der Jungen ist eine anstrengende Phase für die Kolibris und sie verlieren dabei oft an Gewicht, da sie mehr Energie aufwenden müssen.

Leider sind Kolibris auch bedroht. Die Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzung und die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft sind große Gefahren für diese faszinierenden Tiere. Auch die Klimakrise und die damit einhergehenden Veränderungen in der Vegetation und beim Nahrungsangebot können sich negativ auf die Bestände auswirken. Daher werden einige Arten von Kolibris mittlerweile als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht eingestuft.

Um den Kolibris zu helfen, ist es wichtig, ihren Lebensraum zu schützen und ihnen ausreichend Nektarquellen zur Verfügung zu stellen. Dies kann zum Beispiel durch das Anpflanzen von blühenden Pflanzen im eigenen Garten oder das Aufstellen von Kolibrifutterstellen geschehen. Diese bestehen aus einem einfachen Gefäß mit einer Zuckerlösung, die den Nektar ersatzweise für die Kolibris bietet.

Insgesamt sind Kolibris faszinierende Tiere, die nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch durch ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten beeindrucken. Wir sollten uns bemühen, ihren Lebensraum zu schützen und zu bewahren, um auch zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, diese einzigartigen Vögel beobachten zu können.


Interessante Artikel

  • Blaufußtölpel

    Der Blaufußtölpel, auch Sula nebouxii genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Tölpel. Sie ist vor allem auf den Galápagos-Inseln und an der Küste der westlichen USA und Mexikos beheimatet. Der Name des Blaufußtölpels kommt von seiner auffälligen blauen Färbung an den Füßen, die ihn von anderen Tölpelarten deutlich unterscheidet. Doch nicht nur seine bunten Füße machen den Blaufußtölpel zu einem faszinierenden Tier, sondern auch seine besonderen Verhaltensweisen und seine wichtige Rolle im Ökosystem.
  • Elster

    Die Elster ist ein faszinierendes und gleichzeitig umstrittenes Vogelwesen. Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, dem schimmernden Grünblau auf den Flügeln und dem langen, kecken Schwanz ist sie unverkennbar. Oft wird sie als Dieb oder gar als Unglücksbringer bezeichnet, doch sie ist viel mehr als das. Die Elster ist ein intelligentes und erstaunliches Tier, welches unseren Respekt und unsere Aufmerksamkeit verdient.
  • Entlebucher Bergschweizerhund

    Der Entlebucher Bergschweizerhund, auch bekannt als Entlebucher Sennenhund, ist eine beeindruckende und vielseitige Hunderasse. Sie gehört zu den vier Sennenhund-Rassen der Schweiz und ist die kleinste und seltenste unter ihnen. Der Name leitet sich von ihrem Herkunftsort im Entlebucher Gebiet der Schweiz, nahe den Alpen, ab.
  • Gartenrotschwanz

    Der Gartenrotschwanz, wissenschaftlich als Phoenicurus phoenicurus bezeichnet, ist ein wunderschöner Singvogel, der vor allem in Europa und Asien vorkommt. Er gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und ist somit mit Vögeln wie dem Rotkehlchen und dem Hausrotschwanz eng verwandt.
  • Goldfisch

    Der Goldfisch ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Haustiere weltweit. Die kleinen, glänzenden Fische sind vor allem für ihre auffällige goldene Färbung bekannt und werden oft in Aquarien gehalten. Aber auch in Gartenteichen oder größeren Gewässern sind sie zu finden. Doch woher kommt dieser faszinierende Fisch und wieso hat er sich zu einem so beliebten Begleiter des Menschen entwickelt?
  • Gürtelgeier

    Der Gürtelgeier, auch bekannt als Königsgeier oder Bearded Vulture, ist ein beeindruckendes Raubvogel-Tier, das in den Bergregionen Europas, Afrikas und Asiens beheimatet ist. Es ist eine der größten und einzigartigsten Vogelarten der Welt, die auch als "Putzvogel" bekannt ist. Es gibt verschiedene Unterarten von Gürtelgeiern, die sich in Größe und Aussehen leicht unterscheiden können, aber alle haben eine faszinierende Geschichte und ein interessantes Verhalten.
  • Rotkehlchen

    Das Rotkehlchen, auch bekannt unter seinem lateinischen Namen Erithacus rubecula, ist ein häufig anzutreffendes Singvogel in Europa. Mit seinem leuchtend roten Brustgefieder und dem charakteristischen Gesang ist es ein beliebter Gast in heimischen Gärten. Doch das Rotkehlchen ist nicht nur ein hübscher Anblick, sondern hat auch eine faszinierende Lebensweise und ist ein wichtiger Bestandteil der europäischen Tierwelt.
  • Schnabeltier

    Das Schnabeltier, auch bekannt als Platypus, ist ein einzigartiges Tier, das in den Gewässern Australiens beheimatet ist. Mit seinem unverwechselbaren Aussehen und einer einzigartigen Kombination aus Merkmalen anderer Tiere fasziniert es Wissenschaftler und Naturliebhaber auf der ganzen Welt.
  • Toggenburger-Ziege

    Die Toggenburger-Ziege ist eine besondere Rasse der Hausziegen und stammt ursprünglich aus dem Schweizer Kanton St. Gallen, genauer gesagt aus dem Toggenburg-Tal, welches der Ziege ihren Namen gab. Dort wurden sie über Jahrhunderte als Milch- und Fleischlieferanten gehalten und sind heute weltweit bekannt und verbreitet.
  • Wombat

    Der Wombat ist eines der bekanntesten Tiere Australiens und fasziniert mit seinem eigenwilligen Aussehen und Verhalten. Die Beutelsäuger gehören zur Familie der Beutelgräber und sind vor allem für ihr charakteristisches Aussehen und ihre grabenden Fähigkeiten bekannt.