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Nilpferd

Das Nilpferd – auch bekannt als Flusspferd oder Hippopotamus – ist ein faszinierendes Tier, das in der afrikanischen Savanne beheimatet ist. Mit seinem massigen Körper, seiner auffälligen Haut und seinen imposanten Zähnen gehört es zu den imposantesten Tieren des Kontinents und hat seit jeher die Fantasie der Menschen angeregt. Nicht umsonst spielt das Nilpferd eine wichtige Rolle in zahlreichen Mythen und Sagen afrikanischer Völker.

Das Nilpferd ist ein wahrer Gigant unter den Landsäugetieren und gehört zur Ordnung der Paarhufer. Mit einer Größe von bis zu 4 Meter und einem Gewicht von bis zu 4 Tonnen ist es nach dem Elefanten das zweitgrößte Landsäugetier Afrikas. Sein Körper ist massig und gedrungen, mit kurzen Beinen und einem großen, rundlichen Kopf. Auffällig sind vor allem seine langen Eckzähne, die bei männlichen Tieren bis zu 70 Zentimeter lang werden können und eine beeindruckende Waffe im Kampf um Territorium und Weibchen darstellen.

Das Fell des Nilpferds ist an der Oberseite meist grau oder braun gefärbt, während die Unterseite heller ist. Seine Haut ist trotz der massigen Größe relativ dünn und empfindlich, weshalb das Nilpferd tagsüber vor allem im Wasser lebt und sich nur in den kühleren Abend- und Nachtstunden an Land aufhält. Hier besteht auch eine Verwechslungsgefahr mit dem Flusspferd, dessen Haut aber deutlich dunkler ist und sich dadurch besser ans Hintergrund der Flüsse anpasst.

Nilpferde sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Blättern. Aufgrund ihres hohen Nahrungsbedarfs können sie bis zu 70 Kilogramm Nahrung pro Nacht zu sich nehmen. Dabei können sie erstaunliche Schwimmleistungen erbringen, denn ein erwachsenes Nilpferd kann problemlos stundenlang im Wasser verbringen, ohne dabei den Boden zu berühren. Nicht zuletzt sind sie deshalb auch oft in großen Flüssen, Seen oder Tümpeln anzutreffen.

Eine Besonderheit des Nilpferds ist seine Fähigkeit, unter Wasser zu atmen. Während es schwimmt, schließt es seine Nasenlöcher und öffnet nur den Mund, aus dem es dann Luft holen kann. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil das Nilpferd bei sinkendem Wasserstand oft gezwungen ist, längere Zeit unter Wasser zu verbringen. Auch seine Augen und Ohren sind so angepasst, dass sie sich unter Wasser öffnen und schließen lassen, was es ihm ermöglicht, Beute und mögliche Gefahren auch im Wasser wahrzunehmen.

Der Sozialstruktur des Nilpferds sind von Weibchen und Jungtieren geführte Gruppen, die aus bis zu 30 Tieren bestehen können. In diesen Gruppen herrschen strenge Rangordnungen, die vor allem auf Größe und Kraft basieren. Die männlichen Tiere leben meist einzelgängerisch und verteidigen in der Paarungszeit ihr Territorium gegenüber Artgenossen. Die Weibchen hingegen leben mit ihren Kälbern in den Gruppen und haben das Gruppenoberhaupt, in der Regel das älteste und größte Weibchen, als ihre Anführerin.

Für die Paarung verlassen die Weibchen täglich die Gruppe und suchen die Nähe eines Männchens. Die Tragzeit beträgt etwa acht Monate und in der Regel bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Die Geburt findet meist im Wasser statt und das Jungtier wird von der Mutter ca. 1,5 Jahre lang gesäugt und beschützt. Danach verlassen sie die Gruppe und schließen sich anderen jungen Weibchen an, während die männlichen Nachkommen als Einzelgänger weiterziehen.

Eines der faszinierendsten Merkmale des Nilpferds ist sein Verhalten beim Kot. Nicht nur, dass es dank seines angeschwemmten Därme überwiegend im Wasser ausscheidet, sondern auch sein ausgeprägtes Territorialverhalten ist hier hervorzuheben. Ein Nilpferd kann bis zu 50 Mal pro Tag seinen Kot verteilen, was dazu führt, dass sozusagen ein Sperrgebiet entsteht und andere Flussbewohner – etwa Krokodile – aus dem betroffenen Bereich vertrieben werden. Dadurch können sie sich ihr Revier, das immer um einen Wasserbereich von 10 Metern beträgt, sichern und andere Tiere davon abhalten, ihre Nahrungsquelle aufzusuchen.

Auch in der Mythologie und Folklore des afrikanischen Kontinents spielt das Nilpferd eine wichtige Rolle. In der ägyptischen Mythologie war das Nilpferd ein gefürchtetes Tier, das mit der Göttin des Todes, Sachmet, in Verbindung gebracht wurde. Im Gegensatz dazu wird es jedoch in anderen Kulturkreisen auch als Symbol der Fruchtbarkeit und des Reichtums gesehen, da es im afrikanischen Volksmund auch eng mit dem Fluss und der Wasserquelle in Verbindung gebracht wird – die in der trockenen und heißen Savanne von lebensnotwendiger Bedeutung sind.

Obwohl das Nilpferd ein friedliches Tier ist, das nicht aktiv die Auseinandersetzung sucht, kann es dennoch sehr gefährlich werden, wenn es sich bedroht fühlt. Die meisten Angriffe auf Menschen finden in der Regel während des Futtersammelns am Ufer statt, in dessen Nähe sich auch menschliche Siedlungen befinden. Aber auch während Kämpfen unter den Männchen oder in Verteidigung ihres Reviers können Nilpferde sehr aggressiv werden und mit ihren scharfen Zähnen und kräftigen Kiefern erheblichen Schaden anrichten.

Da das Nilpferd oft aufgrund seiner Größe und Power unterschätzt wird, kam und kommt es immer wieder zu Angriffen auf Menschen. Aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung der menschlichen Siedlungen in die natürlichen Lebensräume der Tiere, nimmt auch die Gefahr von Begegnungen mit Nilpferden immer mehr zu. Deshalb ist es wichtig, die Tiere und die Gebiete, in denen sie leben, zu schützen und einen Weg zu finden, wie Mensch und Tier in Einklang miteinander leben können.

Insgesamt gesehen ist das Nilpferd ein beeindruckendes Tier, das in vielerlei Hinsicht fasziniert und beeindruckt. Ob durch seine beruhigende Art, durch sein beeindruckendes Sozialverhalten oder durch seine Bedeutung in Mythologie und Folklore – dieses imposante Tier wird wohl auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der afrikanischen Savanne spielen und uns immer wieder aufs Neue in seinen Bann ziehen.


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