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Capybara

Das Capybara, auch Wasserschwein genannt, ist das größte Nagetier der Welt und gehört zur Familie der Meerschweinchen. Mit seinem dicken Fell, stämmigen Körperbau und kurzen Beinen ist es optimal an das Leben in seinem natürlichen Lebensraum, den südamerikanischen Regenwäldern, angepasst. Doch auch in Zoos und als Haustiere erfreuen sich die liebenswerten Tiere immer größerer Beliebtheit.

Das Capybara hat seinen Ursprung in Südamerika und ist vor allem in Ländern wie Venezuela, Brasilien, Kolumbien und Argentinien verbreitet. Es ist hauptsächlich in den Überschwemmungsebenen und dicht bewachsenen Gebieten des südamerikanischen Flachlandes anzutreffen. Dort lebt es in Gruppen von bis zu 20 Tieren, die aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachkommen besteht. Diese Gruppen haben ein festes Revier, das sie verteidigen und innerhalb dessen sie sich meist in Nähe von Gewässern aufhalten.

Das Capybara ist ein semi-aquatisches Tier, was bedeutet, dass es sowohl an Land als auch im Wasser lebt. Seine kurzen Beine und die schwimmhäute zwischen den Zehen machen es zu einem ausgezeichneten Schwimmer und Taucher. Das Fell des Capybaras ist wasserabweisend und hält es somit auch bei längeren Verweilzeiten im Wasser warm und trocken. Das ist auch wichtig, da es sich hauptsächlich von Wasserpflanzen ernährt und daher oft im flachen Wasser auf Nahrungssuche ist.

Als Allesfresser frisst das Capybara jedoch auch andere Pflanzen und gelegentlich sogar kleine Tiere wie Insekten oder Schnecken. Die Pflanzen werden mit den großen Nagezähnen abgefressen, die immer wieder nachwachsen, da sie durch das ständige Abnutzen beim Fressen schnell abnutzen. Diese Zähne sind besonders wichtig für das Capybara, da sie auch dazu verwendet werden, Äste und Zweige abzubrechen, um an die darin enthaltene Nahrung zu gelangen.

Die sozialen Gruppen des Capybaras sind besonders ausgeprägt und sie zeigen ein bemerkenswertes Verhalten zueinander. Sie kommunizieren durch verschiedene Geräusche, wie Grunzen, Fauchen und Quietschen und sind auch in der Lage, ihre Körpersprache gezielt einzusetzen. Besonders in der Paarungszeit, die je nach Region unterschiedlich ausfällt, sind die Tiere besonders harmonisch miteinander und zeigen einander Zuneigung, indem sie sich gegenseitig putzen und kraulen.

Die Paarung des Capybaras findet meist im Wasser statt und das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von rund 150 Tagen bis zu 8 Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt bereits vollständig behaart und können nach wenigen Stunden schon schwimmen. Sie werden in den ersten Wochen von der Mutter gesäugt und von den anderen Gruppenmitgliedern mit versorgt und beschützt. Nach etwa 4 Monaten werden sie entwöhnt und sind dann in der Lage, auch feste Nahrung zu sich zu nehmen.

In der Natur haben Kapibaras zahlreiche natürliche Feinde, zu denen unter anderem Kaimane, Jaguare, Pumas und auch Menschen gehören. Durch die zunehmende Zerstörung ihres Lebensraumes und die damit einhergehende Verringerung ihrer Nahrungsressourcen sind sie jedoch vor allem durch den Menschen bedroht. Auch die Jagd auf die Tiere, sowohl wegen ihres Fleisches als auch wegen ihres Felles, hat zu einem Rückgang der Population geführt. Daher stehen sie mittlerweile unter Schutz und gelten in einigen Ländern, wie zum Beispiel in Brasilien, als gefährdet.

In menschlicher Obhut dagegen sind Kapibaras beliebte Tiere und werden vor allem in Zoos und auf Privatfarmen gehalten. Dort sind sie aufgrund ihres friedlichen und sozialen Wesens auch bei Besuchern sehr beliebt. Sie sind sehr zutraulich, lassen sich gerne streicheln und sind auch bei der Fütterung sehr geduldig und gelassen. Daher sind sie auch als Haustiere immer mehr im Kommen, vor allem in den USA und Europa.

Die Haltung von Capybaras erfordert jedoch spezielle Bedingungen und viel Platz. Da es sich um sehr soziale Tiere handelt, sollten sie mindestens zu zweit gehalten werden. Zudem ist ein großer, sicher abgegrenzter Außenbereich mit Zugang zu Wasser unbedingt erforderlich. Sie sollten auch regelmäßig tierärztlich untersucht werden, um ihre Gesundheit zu gewährleisten. In der Regel werden die Tiere zwischen 8 und 10 Jahren alt, können aber in menschlicher Obhut auch bis zu 12 Jahren alt werden.

Das Capybara ist nicht nur ein faszinierendes Tier, sondern auch ein wichtiger Teil des Ökosystems südamerikanischer Flachlandgewässer. Durch seine Funktion als Pflanzenfresser und auch durch sein Verhalten, das sich auch als Nahrungsquelle für andere Tiere eignet, trägt es zur Aufrechterhaltung eines gesunden und vielfältigen Ökosystems bei. Daher ist es wichtig, diese Tiere zu schützen und zu erhalten, damit sie auch in Zukunft in freier Wildbahn bewundert werden können.


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