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Elster

Die Elster ist ein faszinierendes und gleichzeitig umstrittenes Vogelwesen. Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, dem schimmernden Grünblau auf den Flügeln und dem langen, kecken Schwanz ist sie unverkennbar. Oft wird sie als Dieb oder gar als Unglücksbringer bezeichnet, doch sie ist viel mehr als das. Die Elster ist ein intelligentes und erstaunliches Tier, welches unseren Respekt und unsere Aufmerksamkeit verdient.

Ursprünglich stammt die Elster aus der Familie der Rabenvögel. Mit einer Körpergröße von bis zu 48 Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 60 Zentimetern gehört sie zu den größeren Vertretern dieser Familie. Insgesamt gibt es 45 verschiedene Elsterarten in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika. In Mitteleuropa lebt vor allem die in Deutschland bekannte „Gemeine Elster“. Sie ist in fast allen Landschaftstypen anzutreffen, besiedelt aber besonders gerne offene Landschaften mit Obstbäumen und Feldern.

Das markanteste Merkmal der Elster ist natürlich ihr Gefieder, welches sie durchaus von anderen Rabenvögeln unterscheidet. Ihr schwarz-weißes Kleid leuchtet in der Sonne und wirkt wie ein kunstvolles Muster. Die schwarzen Flügel sind mit einem grünblauen Schimmer überzogen, der je nach Lichteinfall mal stärker und mal schwächer erscheint. Auch der lange Schwanz ist schwarz-weiß gestreift und endet in zwei sogenannten Spießen. Diese charakteristischen Merkmale machen die Elster zu einem wunderschönen und gleichzeitig unverwechselbaren Tier.

In Sachen Verhalten gilt die Elster als neugierig, intelligent und lernfähig. Sie ist ein Einzelgänger und lebt in der Regel in Paaren oder kleinen Familiengruppen. Diese Gruppen sind jedoch nicht fix und können je nach Futterangebot und Jahreszeit variieren. Wenn das Nahrungsangebot knapp ist, schließen sich mehrere Gruppen zu größeren Verbänden zusammen.

Eines der beeindruckendsten Verhaltensweisen der Elster ist ihre Fähigkeit, Werkzeuge zu nutzen. Sie ist dazu in der Lage, mit Zweigen, Steinen oder Ähnlichem Nahrung zu erreichen. Auch das Prinzip des Spiegelns ist der Elster bekannt. Hierbei erkennt sie in einem Spiegelbild ihre Reflexion und kann somit zum Beispiel Leckerlis erspähen, die sich hinter einer Barriere befinden. Diese Fähigkeiten zeigen deutlich, dass die Elster ein cleveres und vorausschauendes Tier ist.

Nicht zuletzt ist die Elster auch für ihr raffiniertes Nestbauverhalten bekannt. Das aus Zweigen, Halmen, Gras und Moos erbaute Nest ist sehr stabil und sorgt für den Schutz der Eier und später auch der Jungvögel. Allerdings ist die Elster nicht wählerisch bei der Platzwahl ihres Nests. Sie kann sowohl in Bäumen, Büschen, Gebäuden als auch in Bananenkisten oder alten Autoreifen brüten. Ihr Nest ist deshalb oft auch als „Schindelnest“ bekannt. Das besondere an der Bauweise ist, dass das Nestinnenleben immer wieder erweitert, umgebaut oder ausgebessert wird. So kann es im Laufe der Jahre zu beachtlichen Größen und Höhen heranwachsen.

Auch in der Mythologie und im Volksglauben hat die Elster einen Platz gefunden. Sie wird oft als Dieb und Unglücksbringer dargestellt und es gibt zahlreiche Aberglauben und Geschichten um sie. So heißt es zum Beispiel, dass wenn eine Elster vorbeifliegt, ein nahendes Unglück angekündigt wird. Zudem soll es Unglück bringen, wenn man einer Elster in ihre Nistzeit blickt oder ihr Nest stört. Diese Vorstellungen sind jedoch nicht mehr als Aberglaube und überschätzen die Fähigkeiten des Vogels.

Die Elster ist ein Allesfresser und hat ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln, zu denen unter anderem Feldfrüchte, Obst, Samen, Insekten, Würmer, Kleintiere und Aas gehören. Auch Eier, Jungvögel und kleine Wirbeltiere stehen auf ihrem Speiseplan. Durch ihre Nahrungsvielfalt ist die Elster ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und trägt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts bei.

Die vermeintliche Vorliebe der Elster für Glänzendes und Funkelndes, wie zum Beispiel Schmuck oder Löffel, ist ein weiteres Vorurteil, welches leider oft verbreitet wird. In der Tat werden von Elstern manchmal glänzende Gegenstände im Nest verbaut, aber nur als Dekoration und nicht aus dem Grund, dass sie eine Vorliebe für diese Dinge hätten.

Die Elster hat nicht nur in der Natur, sondern auch in der Kulturgeschichte eine bedeutende Rolle. In der Fabel „Die Elster und das Schaf“ von Jean de La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert wird die Elster als hinterlistig und listig dargestellt. Auch in der berühmten Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart spielt die Elster eine Rolle. Dort dient sie als Symbol für das wahrhaftige Wissen. In der Literatur und im Film wird die Elster oft mit ihrer auffälligen Optik und ihrem vermeintlichen Diebstahlverhalten in Verbindung gebracht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Elster ein faszinierendes und vielfältiges Tier ist. Ihre Intelligenz, ihr ausgeprägtes Verhalten, ihr schönes Aussehen und ihre Bedeutung in der Kulturgeschichte machen sie zu einem besonderen und wichtigen Teil der Natur. Statt Vorurteilen und falschen Mythen sollten wir der Elster Respekt und Anerkennung für ihre Fähigkeiten entgegenbringen und uns an ihrer Schönheit und Faszination erfreuen.


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