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Flusspferd

Das Flusspferd, auch als "Nilpferd" bekannt, ist eines der imposantesten Tiere Afrikas. Mit seinem massigen Körper, dem großen Kopf und den kurzen Beinen wirkt es zunächst plump und unbeholfen, doch in Wahrheit ist es ein erfahrener Schwimmer, der im Wasser eine beeindruckende Geschwindigkeit und Wendigkeit erreichen kann.

Flusspferde gehören zur Ordnung der Paarhufer und sind eng mit Schweinen und Dachsen verwandt. Sie sind die drittgrößten Landsäuger der Welt und können ein Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen erreichen. Ihre Schulterhöhe beträgt durchschnittlich etwa 1,5 Meter und sie werden bis zu 5 Meter lang. Ihr Körper ist von einer dicken Haut bedeckt, die mit kurzen Haaren bewachsen ist und in verschiedenen Grautönen schimmert. Die Färbung dient nicht nur als Tarnung, sondern auch als Schutz vor der intensiven afrikanischen Sonne, da sie das Eindringen von UV-Strahlen in die Haut verhindert.

Das beeindruckendste Merkmal eines Flusspferdes ist jedoch sein massiver Kopf, der fast ein Drittel seines Körpergewichts ausmacht. Er ist mit einem großen Maul ausgestattet, das über 50 Zähne besitzt und bis zu 60 cm auseinanderklaffen kann. Diese Zähne sind sehr scharf und können eine Länge von bis zu 50 cm erreichen. Doch anders als bei anderen Raubtieren, nutzen Flusspferde ihre Zähne nicht zum Jagen, sondern zur Verteidigung oder zum Kampf um Rangordnung innerhalb der Herde.

Flusspferde leben in den flussnahen Regionen des südlichen und westlichen Afrikas, vor allem im Tschad, im Kongo und im Niger. Sie bevorzugen flache Gewässer wie Flüsse, Lagunen und Sümpfe, da sie im Gegensatz zu anderen Huftieren nicht schwitzen können und daher auf kühles Wasser angewiesen sind, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Sie verbringen den Großteil ihres Tages mit Schwimmen und Tauchen, was ihnen auch ermöglicht, die Sonne zu meiden und nicht auszutrocknen.

Trotz der ständigen Nähe zum Wasser, sind Flusspferde keine guten Schwimmer. Ihre stämmigen Beine enden in breiten Schwimmhäuten, die ihnen helfen, sich im Wasser fortzubewegen. Durch kräftige Abstöße vom Grund können sie große Distanzen unter Wasser zurücklegen und bis zu 8 Minuten ohne Luft auskommen. Sie können jedoch nicht gut sehen oder hören unter Wasser und verlassen sich daher stark auf ihre Intuition und ihr Echolot-System, um sich zu orientieren.

Flusspferde sind Einzelgänger und in der Regel nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie im Wasser oder ruhen sich an Land aus. Wenn die Nacht hereinbricht, verlassen sie ihr Versteck und suchen nach Nahrung. Trotz ihres Pflanzenfressertums haben sie ein äußerst vielfältiges Speiseangebot und fressen vor allem Gräser und Blätter von Büschen und Bäumen, aber auch Lauerkräuter und Wurzeln. Ein ausgewachsenes Flusspferd kann täglich bis zu 70 kg Nahrung zu sich nehmen und legt dabei zwischen 8 und 10 Kilometer zurück.

Obwohl Flusspferde nicht als direkte Beutegreifer gelten, sind sie aufgrund ihres massiven Körperbaus und ihrer scharfen Zähne sehr gefährlich und können Angreifer erfolgreich abwehren. Nur Krokodile und Raubkatzen wie Löwen oder Leoparden stellen für sie eine ernsthafte Bedrohung dar. Auch untereinander sind Flusspferde nicht zimperlich und können äußerst aggressiv werden bei Rangkämpfen um das beste Futtergebiet oder das Recht, sich zu paaren.

Die Paarungszeit der Flusspferde fällt in die trockene Jahreszeit, wenn das Wasser knapper wird und die Tiere gezwungen sind, sich enger an flache Gewässer zu halten. Während dieses Zeitraums findet auch die Geburt der Kälber statt, meist zwischen Mai und August. Die Tragezeit beträgt etwa 8 Monate und die Weibchen bekommen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, das für die ersten Wochen im Wasser versteckt und gesäugt wird. Die Babys sind bei der Geburt bereits etwa 30 kg schwer und werden von ihren Müttern bis zu einem Jahr lang gesäugt. Danach schließen sie sich der Herde an und sind ab dem dritten Lebensjahr selbstständig.

Flusspferde sind nicht nur beeindruckende Tiere, sondern auch unverzichtbar für das Ökosystem in dem sie leben. Als "Gesundheitsgärtner" sorgen sie dafür, dass Gewässer und ihre Ufer frei von Überwucherung und Schlamm bleiben, indem sie Gräser abweiden und mit ihren Hufen Wege und Trampelpfade schaffen. Auf diese Weise schaffen sie eine geeignete Umgebung für verschiedene Fischarten und andere Wasservögel.

Leider sind Flusspferde aufgrund des Verlusts ihres natürlichen Lebensraums und der Jagd nach ihrem Fleisch und ihren Zähnen in einigen Gebieten vom Aussterben bedroht. Es ist wichtig, dass Maßnahmen ergriffen werden, um diesen majestätischen Tieren zu helfen und ihre Population zu schützen. Denn nicht nur sind ihre Art und Schönheit einzigartig, sondern auch ihre Bedeutung für die Umwelt und die Erhaltung des afrikanischen Ökosystems ist unbestreitbar.


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