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Kiebitz

Der elegant wirkende Kiebitz, auch unter dem wissenschaftlichen Namen Vanellus vanellus bekannt, ist ein Charaktervogel der offenen Landschaften. Mit einer Körpergröße von 25 bis 30 Zentimetern und einer Flügelspannweite von etwa 75 Zentimetern ist er deutlich kleiner als andere Wiesenvögel wie zum Beispiel der Storch oder der Kranich. Doch seine grazile Erscheinung und sein auffälliges Federkleid machen ihn zu einem sehr beliebten und begehrten Tier.

Der Kiebitz ist vor allem in Eurasien beheimatet und kommt vom Süden Norwegens bis nach Sibirien vor. Auch in Mitteleuropa findet man diese Vogelart häufig in offenen Landschaften wie Wiesen, Weiden oder feuchten Wiesen- und Heidelandschaften. Dabei ist er auf eine störungsfreie Brutzeit angewiesen und ist daher vor allem in Regionen mit geringer menschlicher Aktivität anzutreffen.

Das auffällige Gefieder des Kiebitzes ist vor allem durch seine schwarz-weiß-goldene Zeichnung geprägt. Die Oberseite des Federkleids ist dabei in einem dunklen Braun gehalten, wobei die Federn an den Flügelspitzen tiefschwarz sind. Der Bauch und die Seiten sind hingegen in einem leuchtenden Weiß gefärbt. Auffällig sind auch die namensgebenden schwarzen Federn am Kopf, die wie eine sogenannte "Haube" aussehen. Besonders prächtig wird das Federkleid des Kiebitzes in der Balzzeit. Dann leuchten die Gefiederfarben verstärkt und es wirkt fast so, als würde der Vogel seinen ganzen Stolz präsentieren.

Im Vergleich zu anderen Vögeln haben Kiebitze einen deutlich längeren Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist. Dieser ist auffällig orange gefärbt, was ihn zu einem weiteren Kennzeichen des Kiebitzes macht. Auch die langen, grauen Beine sind unverkennbar für diese Vogelart. Sie ermöglichen es dem Kiebitz, auf den Wiesen und Weiden nach Nahrung zu suchen und dabei geschickt durch das feuchte Gras zu laufen.

Der Kiebitz ist ein Geselle, der gerne in Gruppen lebt. Besonders auffällig sind dabei die sogenannten "Kiebitzflieger". Dabei handelt es sich um große Schwärme, die durch ihre gekreuzten Flügel und ihre synchronen Flugmanöver ein beeindruckendes Bild am Himmel erzeugen. Diese Flüge können bis zu mehreren hundert Vögeln umfassen und dienen unter anderem dazu, gemeinsam auf Futtersuche zu gehen oder bessere Überlebenschancen zu haben, da die Sichtbarkeit für Fressfeinde geringer ist.

In den Sommermonaten kann man den Kiebitz besonders gut bei seinem markanten Balzverhalten beobachten. Dabei vollführt das Männchen beeindruckende Flugkunststücke in der Luft, um das Weibchen zu beeindrucken und sich als starker und potentieller Partner zu präsentieren. Auch auffällige Rufe gehören zu diesem Balztanz dazu und sind ein weiteres Erkennungsmerkmal des Kiebitzes. Diese Rufe ähneln dem Wort "kiwi" und werden in schneller Folge wiederholt.

Hat sich ein Paar gefunden, bauen die Kiebitze ein flaches Nest aus Gräsern und Zweigen auf dem Boden. Dabei wird meistens eine vom Männchen ausgewählte Fläche in einem für den Weibchen geeigneten Gebiet genutzt. Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juni. In dieser Zeit legt das Weibchen zwischen 2 und 4 Eier, die dann von beiden Elternteilen abwechselnd bebrütet werden. Während dieser Phase verteidigen die Elternvögel ihr Nest rigoros gegenüber anderen Tieren und Menschen. Besonders bei einer nahenden Gefahr zeigen sie beeindruckende Verhaltensweisen und greifen sogar an, um ihr Nest zu schützen.

Die Küken schlüpfen nach einer Brutzeit von etwa 27 Tagen und sind sogenannte Nestflüchter, d.h. sie verlassen kurze Zeit nach dem Schlupf bereits das Nest und folgen ihren Eltern bei der Futtersuche. Natürlich sind sie noch auf die Unterstützung und den Schutz ihrer Eltern angewiesen, doch schon bald können sie selbstständig Nahrung aufnehmen. Meistens sind Kiebitze ein Jahr nach dem Schlüpfen bereits geschlechtsreif und können selbst für Nachwuchs sorgen.

Die Hauptnahrung der Kiebitze besteht aus Insekten wie Larven, Würmern oder Spinnen. Aber auch Pflanzen wie Sämereien und Gräser stehen auf ihrem Speiseplan. Dabei nutzen sie in erster Linie ihre langen Schnäbel und schnellen Reflexe, um an ihre Beute zu gelangen. Ihre bevorzugten Jagdgebiete liegen dabei in der Nähe von Gewässern oder auf frisch gemähten Wiesen, wo sie gute Sicht auf ihre Beute haben und diese schnell einfangen können.

Leider ist der Kiebitz in den letzten Jahren immer seltener anzutreffen. Die intensive Landwirtschaft und der damit verbundene Verlust von Lebensräumen sind die Hauptursachen dafür. Auch die zunehmende Düngung der Wiesen und Weiden führt dazu, dass der Kiebitz nicht mehr genügend Nahrung in ausreichender Qualität findet. Zusätzlich wird der Lebensraum des Kiebitzes oft durch das Bebauen von Flächen zerstört. Glücklicherweise gibt es jedoch einige Schutzmaßnahmen, die dazu beitragen, den Bestand der Kiebitze zu erhalten. Dazu zählt zum Beispiel der Erhalt von ungedüngten Wiesen und Weiden, der Verzicht auf Pestizide oder das Anlegen von Brutflächen und Schutzgebieten.

Insgesamt bleibt der Kiebitz ein faszinierendes und beeindruckendes Tier, das trotz seiner Anpassungsfähigkeit und Hartnäckigkeit immer mehr um seinen Lebensraum kämpfen muss. Doch hoffentlich können wir durch geeignete Maßnahmen und den Schutz dieser wunderschönen Vogelart dafür sorgen, dass der Kiebitz noch lange Zeit Bestandteil unserer Landschaften bleibt.


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