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Tapir

Der Tapir ist ein faszinierendes Tier, das auf den ersten Blick an ein Mischwesen aus Schwein und Pferd erinnert. Tatsächlich gehört der Tapir jedoch zur Ordnung der Unpaarhufer und ist mit dem Pferd, dem Nashorn und dem Esel verwandt. Insgesamt gibt es fünf Arten von Tapiren, die in Mittel- und Südamerika sowie in Südostasien beheimatet sind. Sie zählen zu den ältesten Säugetieren der Erde und sind eng mit den Urpferden verwandt, die vor rund 50 Millionen Jahren lebten.

Das auffälligste Merkmal des Tapirs ist seine ungewöhnliche Nasenpartie, die ihm auch den Spitznamen „Schnabeltier des Urwaldes“ eingebracht hat. Die Nase des Tapirs ist beweglich und ähnelt einem Rüssel, der sowohl zum Greifen von Nahrung als auch zum Schnüffeln nach Gefahren genutzt wird. Diese Nasenpartie ist auch ein Grund für die Bezeichnung „Tapir“, denn das Wort stammt aus der Sprache der indigenen Tupi und bedeutet übersetzt so viel wie „dicke Lippe“.

Die Größe der einzelnen Tapirarten variiert zwischen 1,80 und 2,50 Metern. Sie haben einen massigen Körperbau und können je nach Art ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm erreichen. Die Fellfarbe der Tapire ist in der Regel dunkelbraun oder schwarz. Einzig der Bergtapir hat ein helleres Fell, das ihn perfekt an die felsigen Regionen seines Lebensraumes anpasst. Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die auffälligen weißen Streifen, die sich über den Körper der Tiere erstrecken. Diese dienen als Tarnung im dichten Regenwald und helfen den Tapiren dabei, sich vor Raubtieren zu schützen.

Tapire sind vor allem in den feuchten tropischen Regenwäldern Lateinamerikas anzutreffen. Sie sind jedoch auch in anderen Lebensräumen wie Savannen, Grasländern und Bergregionen anzutreffen. Wichtig für die Tapire ist vor allem der Zugang zu Wasser, da sie regelmäßig trinken müssen und auch gerne baden. Daher sind sie häufig in der Nähe von Flüssen, Seen oder anderen Wasserquellen anzutreffen. Sie sind im Allgemeinen Einzelgänger und treffen sich lediglich zur Paarungszeit. Auch territorial sind Tapire und markieren ihr Revier durch Urin und Kot, um anderen Tieren zu signalisieren, dass dieses Gebiet bereits besetzt ist.

Tapire sind Pflanzenfresser und ernähren sich von einer Vielzahl an Pflanzenarten. Sie fressen Blätter, Früchte, Zweige, Gräser und ähnliches. Dabei spielen sie eine wichtige Rolle in der Verbreitung von Pflanzensamen im Regenwald. Da sie große Distanzen zurücklegen können, tragen sie dazu bei, dass Pflanzenarten in unterschiedlichen Gebieten angesiedelt werden. Auch im Wasser suchen Tapire nach Nahrung und sind ausgezeichnete Schwimmer. Sie können problemlos Flüsse und Seen durchqueren und tauchen sogar auf der Suche nach Wasserpflanzen.

Neben ihrer Rolle als wichtige Pflanzenfresser sind Tapire auch wichtige Ökosystem-Ingenieure. Sie ändern durch ihr Verhalten und ihre Ernährung die Vegetation ihrer Umgebung und schaffen so neue Lebensräume für andere Tiere. Zum Beispiel durch das Fressen von jungen Bäumen entsteht im Regenwald mehr Licht und dadurch können andere Pflanzenarten wachsen und auch neue Tierarten anziehen.

Ein weiterer interessanter Fakt über Tapire ist ihre Nähe zu Wasserlöchern oder Flüssen, die sich auch in ihrer Fortpflanzung widerspiegelt. Während der Paarungszeit suchen die Tiere gezielt Gewässer auf, um dort zu baden und sich zu paaren. Die Tragzeit der Weibchen beträgt etwa 13 Monate, woraufhin ein einzelnes Jungtier zur Welt kommt. Diese sind bei der Geburt schon erstaunliche 7-10 Kilogramm schwer und werden von der Mutter bis zu einem Jahr lang gesäugt. Tapiren werden im Schnitt bis zu 25 Jahre alt, in Gefangenschaft können sie sogar bis zu 35 Jahre alt werden.

Leider sind Tapire heutzutage stark bedroht und stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Hauptgründe dafür sind die Zerstörung ihres Lebensraumes und die Bejagung durch den Menschen. Durch die Rodung der Regenwälder und die Ausbreitung der Landwirtschaft verlieren Tapire zunehmend ihren Lebensraum und sind dadurch gezwungen, in immer kleinere Gebiete auszuweichen. Gleichzeitig sehen sich Tapire auch der Bedrohung durch Wilderer ausgesetzt. Sie werden vor allem wegen ihres Fleisches gejagt und sind auch Opfer des illegalen Wildtierhandels.

Um den Fortbestand der Tapire zu sichern, sind daher dringend Schutzmaßnahmen notwendig. In einigen Regionen gibt es bereits Schutzgebiete, in denen Tapire leben und deren weitere Ausbreitung gefördert wird. Auch Aufklärungsarbeit über die Bedeutung dieser Tiere für das Ökosystem und die Folgen ihrer Ausrottung ist wichtig, um ihr Überleben zu sichern.

Insgesamt ist der Tapir ein faszinierendes Tier, dessen ungewöhnliches Aussehen und Verhalten viele Menschen in ihren Bann zieht. Es ist zu hoffen, dass wir es schaffen, dieses einzigartige Tier zu schützen und seinen Lebensraum zu erhalten, damit auch in Zukunft Tapire in freier Wildbahn bewundert werden können.


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