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Hänfling

Der Hänfling, auch bekannt unter seinem wissenschaftlichen Namen Carduelis cannabina, ist ein kleiner und bunter Singvogel, der zur Familie der Finken gehört. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas und Asiens, wo er vor allem offene Landschaften wie Wiesen, Felder und Waldränder bewohnt. Trotz seines auffälligen Äußeren und seiner melodischen Gesänge, ist der Hänfling eher unauffällig und schwer zu entdecken, da er sich meist in höheren Baumkronen aufhält.

Das Gefieder des Hänflings ist sehr charakteristisch und macht ihn leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden. Der Kopf und die Brust sind in einem kräftigen Zitronengelb gefärbt, während der Rücken und die Flügel ein dunkles Braun aufweisen. Auffällig sind auch die weißen Flügelflecken und der schwarze Streifen, der sich über die Brust bis zum Bauch zieht. Die Weibchen haben eine etwas weniger lebhafte Färbung und sind insgesamt etwas unauffälliger als die Männchen. Zur Brutzeit zeigt der Hänfling noch ein weiteres auffälliges Merkmal, nämlich einen roten Fleck auf der Stirn. Dieser dient als Balzsignal und signalisiert Weibchen seine Paarungsbereitschaft.

Im Frühling und Sommer ernähren sich Hänflinge vor allem von Insekten, Spinnen und kleinen Samen, die sie von Büschen und Bäumen erbeuten. Im Herbst und Winter bilden dann vor allem Sämereien, wie beispielsweise die Samen des Hanfs oder der Brennnessel, einen wichtigen Teil der Nahrung. Dies ist auch der Namensgeber für den Hänfling, da er früher fälschlicherweise häufig mit dem Hanfsamen in Verbindung gebracht wurde. Durch seine gemischte Ernährung und seine vielfältigen Nahrungsquellen, ist der Hänfling in der Lage auch in kalten, schneereichen Wintern zu überleben.

Die Fortpflanzung des Hänflings findet meist im Zeitraum von April bis July statt. In dieser Zeit bauen die Männchen auf offenen Zweigen, meist in der Nähe von Bäumen, ihre kompakten und fest gebauten Nester. Diese sind aus trockenen Zweigen, Halmen, Gräsern und Moos gebaut und innen mit weichen Federn und Haaren ausgekleidet. Die Weibchen legen dann 4-6 Eier, die sie alleine bebrüten, während das Männchen für die Futterbeschaffung sorgt. Nach 12-14 Tagen schlüpfen dann die Jungen und werden von beiden Elternteilen versorgt. Nach weiteren 15-18 Tagen sind die Jungen flügge und verlassen das Nest.

Hänflinge sind gesellige Vögel und leben in der Regel in kleinen Trupps von 6-10 Tieren. Außerhalb der Brutzeit ziehen sie oft auch in größeren Verbänden umher, auf der Suche nach Nahrung. Dabei sind sie sehr reisefreudig und können auch größere Distanzen zurücklegen. Ihren Gesang nutzen sie vor allem zur Kommunikation mit anderen Hänflingen sowie zur Partnersuche in der Brutzeit. Der Gesang des Hänflings ist sehr abwechslungsreich und besteht aus kurzen Trillern, Pfiffen und Rasseltönen.

Leider hat der Hänfling auch mit einigen Gefahren zu kämpfen. Durch die intensive Landwirtschaft und die Veränderung des Lebensraums, sind seine Brut- und Nahrungsquellen sowie seine Versteckmöglichkeiten immer seltener geworden. Auch die Verwendung von Pestiziden und der Klimawandel setzen dem kleinen Vogel zu. So ist der Hänfling in vielen Teilen Europas mittlerweile stark gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Jedoch gibt es auch einige Schutzmaßnahmen, die zum Erhalt dieser Art beitragen können. Dazu gehören zum Beispiel die Schaffung von Rückzugsräumen wie Hecken und Feldrändern sowie die Reduzierung des Pestizideinsatzes.

In der britischen und skandinavischen Folklore wird der Hänfling oft auch "butterstone" genannt, da die Menschen glaubten, dass das Vogelei seinen Träger vor Hexerei schützen könnte. Aufgrund seiner farbenfrohen und auffälligen Erscheinung ist der Hänfling auch ein beliebter Vogel in der Kunst und Musik. So ist er zum Beispiel in vielen Gemälden des niederländischen Malers Jan Brueghel dem Älteren zu sehen oder Taiteiden yö (Kunstnacht), einer berühmten finnischen Oper des Komponisten Jean Sibelius.

Insgesamt ist der Hänfling ein faszinierender Vogel, der trotz seines kleinen und unscheinbaren Äußeren eine wichtige Rolle in unserer Natur spielt. Seine Farbenpracht, sein melodischer Gesang und sein faszinierendes Verhalten machen ihn zu einem beliebten Vogel bei Naturliebhabern. Doch gleichzeitig ist es wichtig, dass wir uns für den Erhalt seiner Lebensräume einsetzen, um sicherzustellen, dass der Hänfling auch in Zukunft in unserer Natur zu bewundern ist.


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